Thema

Rückforderung

19 Beiträge zu diesem Thema.

Beiträge

EuGH-Urteile

Bill 55 im September 2026: Stillstand in Brüssel, Pattstellung in Malta

Seit 15 Monaten läuft das Vertragsverletzungsverfahren der Europäischen Kommission gegen Malta, seit April liegen die Schlussanträge des Generalanwalts vor, und die maltesischen Gerichte haben 2026 in mehreren österreichischen Fällen entschieden. Wir haben den Stand bei der Kommission, beim Gerichtshof und in der maltesischen Urteilsdatenbank geprüft. Das Ergebnis in einem Satz: In Brüssel bewegt sich nichts, in Malta stützen sich die Gerichte weiter auf Bill 55, und die Kontenpfändung, die derzeit oft als Ausweg genannt wird, taugt seltener dafür, als es klingt.

Gesetzgebung

Das neue Glücksspielgesetz: Wer eine Online-Konzession will, muss zuerst die Spieler auszahlen

Das Finanzministerium hat den Entwurf für die größte Glücksspielreform seit Jahrzehnten in Begutachtung geschickt. Das Online-Monopol fällt, ab Oktober 2027 sollen mehrere Anbieter eine österreichische Konzession bekommen können. Der für geschädigte Spieler entscheidende Satz steht im Konzessionsrecht: Wer illegal ohne Konzession angeboten hat und künftig legal weitermachen will, muss nach § 14 Abs. 2a des Entwurfs zuvor alle rechtskräftigen Urteile aus Spielerklagen erfüllt und die offenen Abgaben nachgezahlt haben. Eine Einordnung aus anwaltlicher Praxis.

Verfahren

Wenn das Casino nicht zahlt: Geschäftsführerhaftung nach dem EuGH-Urteil Wunner (C-77/24)

Viele ausländische Online-Casinos machen sich für Klagen unangreifbar: durch Insolvenz, Sitzverlagerung oder gesetzliche Vollstreckungssperren wie die maltesische Bill 55. Damit stellt sich die Frage, wer dann für die Spielverluste einzustehen hat. Der Europäische Gerichtshof hat dazu am 15. Jänner 2026 in der Rechtssache Wunner (C-77/24) eine richtungsweisende Entscheidung getroffen, in einem Verfahren, das unsere Kanzlei für den geschädigten Spieler geführt hat. RA Dr. Oliver Peschel hat die Entscheidung gemeinsam mit RA Mag. Bernhard Ibl in der Zeitschrift für Verbraucherrecht wissenschaftlich aufgearbeitet. Dieser Beitrag fasst die Kernpunkte für Betroffene zusammen.

Rückforderung

Wie funktioniert eine Casino-Rückforderung? Der Ablauf Schritt für Schritt

Wer in einem Online-Casino ohne österreichische Konzession verloren hat, kann diese Verluste nach ständiger Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs zurückfordern. Viele Betroffene schreckt vor allem die Frage ab, was dabei auf sie zukommt. Die Antwort ist kürzer, als die meisten erwarten: Für den Start genügen zwei Angaben, alles Weitere übernimmt die Kanzlei. Dieser Beitrag zeigt den Ablauf von der ersten Meldung bis zur Klage, Schritt für Schritt.

Anbieter & Lizenzen

bwin in Österreich: Warum Casino-Verluste rückforderbar sind und Wettverluste einen ganz anderen Weg gehen

bwin ist Österreichern als Sportwetten-Marke mit Wiener Wurzeln vertraut, bietet zugleich aber ein Online-Casino an. Genau dieser Doppelcharakter entscheidet über die Rückforderung. Casino-Verluste sind nach ständiger Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs bereicherungsrechtlich rückforderbar, weil das Casino-Angebot konzessionslos ist. Wettverluste folgen einer anderen, schwierigeren Logik. Eine Einordnung aus anwaltlicher Praxis von Rechtsanwalt Dr. Oliver Peschel.

Anbieter & Lizenzen

Mr Green in Österreich: die bekannteste Casino-Marke, eine Millionenstrafe und gepfändete Domains

Mr Green ist die meistgesuchte Online-Casino-Marke Österreichs. Eine Konzession nach dem österreichischen Glücksspielgesetz hatte die Betreibergesellschaft zu keinem Zeitpunkt. Verluste sind damit nach ständiger Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs bereicherungsrechtlich rückforderbar, zuletzt bestätigt in 6 Ob 31/24p. Bemerkenswert ist die jüngere Entwicklung bei der Durchsetzung: Der OGH hat die Exekution auf die österreichischen Domains des Anbieters gebilligt, der EuGH hat mit Urteil vom 21.05.2026 in der Rechtssache C-198/24, einem Wiener Mr-Green-Fall, die vorläufige Kontenpfändung ermöglicht. Eine Einordnung aus anwaltlicher Praxis.

Anbieter & Lizenzen

Ist Online-Poker Glücksspiel? PokerStars-Verluste in Österreich zurückfordern

PokerStars ist die bekannteste Online-Pokermarke der Welt und gehört zu den meistgesuchten Glücksspiel-Marken in Österreich. Viele Betroffene halten Poker für reine Geschicklichkeit und damit für nicht rückforderbar. Das ist ein Irrtum: Online-Poker um Geld ist nach österreichischem Recht Glücksspiel, der Vertrag mit einem nicht konzessionierten Anbieter ist nichtig, und die Verluste sind bereicherungsrechtlich rückforderbar.

Krypto-Casino

Stake in Österreich: Verluste im größten Krypto-Casino der Welt zurückfordern

Stake ist das weltweit größte Krypto-Online-Casino und auch in Österreich die meistgesuchte Marke dieser Kategorie. Eine Konzession nach dem österreichischen Glücksspielgesetz hatte die Betreibergesellschaft mit Sitz in Curacao nie. Verluste in Bitcoin oder anderen Token sind dennoch nach ständiger Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs bereicherungsrechtlich rückforderbar. Eine Einordnung aus anwaltlicher Praxis, mit ehrlichem Blick auf die Durchsetzung.

Gesetzgebung

Das Online-Glücksspielmonopol soll fallen, warum das die Position betroffener Spieler stärkt

Der neue Entwurf zum Glücksspielgesetz dreht eine jahrzehntealte Linie um: Das Monopol beim Online-Glücksspiel soll fallen, ab 2029 sollen mehrere Anbieter eine österreichische Lizenz bekommen können. Der entscheidende Punkt für alle, die in Online-Casinos Geld verloren haben, steht im Kleingedruckten. Wer bisher illegal ohne Konzession tätig war und eine Lizenz will, muss zuvor die Urteile aus Spielerklagen erfüllen. Eine Einordnung aus anwaltlicher Praxis.

Rückforderung

Verjährung bei der Rückforderung von Casino-Verlusten, 30 Jahre und die kürzere Frist, die viele übersehen

Wer Verluste bei einem Online-Casino ohne österreichische Konzession zurückfordert, hat mit der 30-jährigen Verjährungsfrist einen erheblichen zeitlichen Spielraum. Diese Frist gilt aber nur für den Anspruch gegen das Casino selbst. Setzt man zusätzlich auf die persönliche Haftung der Geschäftsführer, gilt eine deutlich kürzere Frist. Dieser Beitrag trennt die beiden Fristen sauber und erklärt, warum die kurze Drei-Jahres-Verjährung beim Glücksspiel gerade nicht greift.

Prognosemärkte

Polymarket, Kalshi und Co.: Wie Prognosemärkte aus österreichischer Sicht zu beurteilen sind

Auf Plattformen wie Polymarket und Kalshi kann auf nahezu alles gewettet werden, vom Ausgang einer Wahl bis zur Außentemperatur am Stichtag. Die Betreiber argumentieren, kein Glücksspiel, sondern Finanzinstrumente anzubieten. Aus österreichischer Sicht ist diese Konstruktion mit Vorsicht zu betrachten. Bei einem erheblichen Teil der Wetten überwiegt der Zufall, womit eine Einordnung als unlizenziertes Glücksspiel naheliegt. Für Spielerinnen und Spieler ergeben sich daraus Rückforderungsperspektiven, ohne dass die Teilnahme strafbar wäre.

Krypto-Casino

Krypto-Casinos und Curaçao-Anbieter, rückforderbar im Recht, schwierig in der Vollstreckung

Krypto-Casinos und Plattformen mit Curaçao-Lizenz sind unter den am österreichischen Markt sichtbaren Online-Casinos breit vertreten. Rechtlich ist die Rückforderung von Verlusten bei diesen Anbietern nach derselben Linie zu führen wie bei maltesischen Casinos. Die wirklichen Schwierigkeiten liegen nicht im materiellen Recht, sondern in der Vollstreckung. Dieser Beitrag erklärt die Eigenheiten, die Risiken und die Bedingungen, unter denen Verfahren trotzdem erfolgreich werden.

Verfahren

Geschäftsführerhaftung bei Online-Casino-Betreibern, neue Hebel für Rückforderungsklagen

Aktuelle Entwicklungen im Glücksspielrecht öffnen einen zusätzlichen Weg zur Durchsetzung von Spielerforderungen: die persönliche Haftung der Geschäftsführer ausländischer Online-Casino-Betreiber. Wenn der Betreiber selbst nicht zahlt oder wirtschaftlich nicht greifbar ist, kann diese Haftungsspur den Unterschied zwischen Urteil und tatsächlicher Auszahlung ausmachen.