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Roobet in Österreich: gesperrt, per VPN gespielt, trotzdem rückforderbar

Roobet ist eines der bekanntesten Krypto-Casinos der Streamer-Szene und wird aus Österreich monatlich tausendfach gesucht. Für die Rückforderung von Verlusten spielt das Spiel mit Kryptowährungen keine Rolle: Eine österreichische Konzession besitzt der Anbieter nicht, der Spielvertrag ist nichtig, und die Einsätze sind bereicherungsrechtlich rückforderbar.

Rechtsanwalt Dr. Oliver Peschel
Dunkler Streamer-Schreibtisch mit RGB-Tastatur, einem Monitor mit bunter Krypto-Casino-Oberfläche und Krypto-Münzen

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    Roobet ist eines der bekanntesten Krypto-Casinos der Streamer-Szene und wird aus Österreich monatlich tausendfach gesucht. Für die Rückforderung von Verlusten spielt das Spiel mit Kryptowährungen keine Rolle: Eine österreichische Konzession besitzt der Anbieter nicht, der Spielvertrag ist nichtig, und die Einsätze sind bereicherungsrechtlich rückforderbar.

    Roobet, das Streamer-Casino

    Roobet hat sich seit 2019 als Krypto-Casino der neuen Generation vermarktet. Eingezahlt und gespielt wird überwiegend in Krypto-Token, das Markenbild ist jung, bunt und auf Reichweite über soziale Medien ausgelegt. Bekannt wurde die Marke vor allem durch aggressives Streamer- und Influencer-Marketing sowie durch Sponsoring im E-Sport und im Sport. Zu den prominenten Werbeträgern zählte zeitweise Snoop Dogg, dazu kamen Partnerschaften im Fußball und mit E-Sport-Organisationen.

    Betrieben wird die Plattform von einer Gesellschaft mit Sitz in Curaçao. Eine österreichische Konzession nach dem Glücksspielgesetz war damit nie verbunden. Die formalen Stammdaten, also Betreibergesellschaft, Registernummer und Lizenz, sind im Anbieter-Profil zu Roobet dokumentiert. Für die rechtliche Beurteilung genügt der Befund: ein in Österreich nicht konzessionierter Anbieter, der österreichische Spielerinnen und Spieler annimmt.

    In Österreich wird die Marke trotz dieser Unsichtbarkeit in den Suchergebnissen stark nachgefragt. Nach aktuellen Google-Suchvolumen-Daten entfallen rund 18.730 Marken-Suchanfragen pro Monat auf Roobet aus Österreich. Das Interesse ist also vorhanden, die Plattform aber im regulären österreichischen Suchergebnis kaum greifbar. Genau diese Lücke erzeugt Verunsicherung bei Betroffenen, die wissen wollen, ob sie Roobet-Verluste zurückfordern können.

    In Österreich gesperrt, und trotzdem gespielt

    Rund um Roobet und Österreich kursieren widersprüchliche Angaben. Manche Übersichten führen Österreich als gesperrtes Land, andere nicht. Der praktische Befund ist eindeutig: Österreichische Spielerinnen und Spieler können sich registrieren und spielen. Einzelne Spiele bestimmter Software-Hersteller sind für Österreich blockiert, die Plattform als solche steht österreichischen Nutzern offen. Eine behördliche Sperre durch eine österreichische Stelle gibt es nicht. Bei den kursierenden Sperrhinweisen handelt es sich teils um Beschränkungen einzelner Spieleanbieter, teils um Vorgaben aus den Geschäftsbedingungen des Casinos.

    Die Geo-Sperre ändert nichts am Anspruch

    Maßgeblich für die Rückforderung ist nicht, welche technische Sperre der Anbieter aufgestellt hat oder mit welchem Hilfsmittel sie umgangen wurde. Maßgeblich ist, wo die Spielerin oder der Spieler den gewöhnlichen Aufenthalt hat und ob sich das Angebot auf den österreichischen Markt richtet. Ein deutschsprachiges Interface, Zahlungswege in Euro und gängige Einzahlungsmethoden, dazu Bewerbung, die den österreichischen Markt erreicht: All das spricht für eine Ausrichtung des Angebots nach Österreich.

    Daraus folgt nach Einordnung der Kanzlei: Ein lapidarer Hinweis des Casinos in den AGB über “gesperrte Länder” ändert nichts an der Nichtigkeit des konzessionslosen Spielvertrags und nichts an der bereicherungsrechtlichen Rückforderbarkeit der Verluste. Die AGB eines Casinos legalisieren das konzessionslose Angebot nicht, und sie schließen den Rückforderungsanspruch nicht aus. Ein in Österreich nicht konzessioniertes Casino kann sich nicht darauf berufen, der Spieler hätte prüfen müssen, ob das Angebot in Österreich zulässig war.

    Die Rückforderung der Verluste

    Die zivilrechtliche Grundlage ist in der höchstgerichtlichen Judikatur gefestigt. Glücksspielverträge eines nicht konzessionierten Anbieters mit Spielerinnen und Spielern in Österreich sind nichtig. Die Einsätze wurden ohne Rechtsgrund geleistet und sind nach den Regeln des Bereicherungsrechts (§§ 1431 ff ABGB) zurückzufordern, vermindert um ausbezahlte Gewinne. Der Oberste Gerichtshof bestätigt diese Linie in ständiger Rechtsprechung, zuletzt in 6 Ob 31/24p. Der Anspruch unterliegt der allgemeinen 30-jährigen Verjährungsfrist nach § 1478 ABGB. Auch länger zurückliegende Verluste sind daher grundsätzlich noch erfasst, eine fallbezogene Prüfung bleibt nötig.

    Dass die Einsätze in Krypto-Token statt in Euro geflossen sind, ändert an dieser Linie nichts. Die Zahlungsform ist für die Nichtigkeit des Spielvertrags ohne Bedeutung. Wir fordern für Sie die verlorenen Krypto-Werte zurück. Wie diese Beweisführung im Detail abläuft und welche Besonderheiten Krypto-Casinos mit sich bringen, ist im Beitrag zur Rückforderung bei Krypto-Casinos ausführlich dargestellt.

    Auch unionsrechtlich ist die Grundlage abgesichert. Der EuGH hat mit Urteil vom 16.04.2026 in der Rechtssache C-440/23 klargestellt, dass nationale Online-Glücksspielverbote mit dem Unionsrecht vereinbar sind, und Rückforderungsklagen von Spielern ausdrücklich als zulässig anerkannt. Mit Urteil vom 15.01.2026 in der Rechtssache C-77/24, einem Verfahren auf Vorlage des österreichischen Obersten Gerichtshofs, hat der Gerichtshof zudem bekräftigt, dass das Recht des Wohnsitzstaats anzuwenden ist. Die in den Geschäftsbedingungen übliche Wahl ausländischen Rechts ist im Verbraucherverhältnis unbeachtlich. Geklagt wird nach der EuGVVO am Wohnsitzgericht des Verbrauchers in Österreich.

    Die Durchsetzung gegen einen Curaçao-Anbieter

    Materiell-rechtlich ist die Rückforderung gegen Roobet aussichtsreich, der Knackpunkt liegt in der Vollstreckung. Curaçao ist kein EU-Mitgliedstaat. Die Vollstreckung eines österreichischen Urteils folgt dort nicht der Brüssel-Ia-Verordnung, ein direktes EU-Erstreckungsverfahren steht nicht zur Verfügung.

    Die realen Hebel liegen daher woanders: in der jahrelangen Erfahrung unserer Rechtsanwaltskanzlei bei der Bearbeitung dieser Fälle.

    Die Vollstreckbarkeit ist der entscheidende Punkt, und sie wird vor jeder Klage konkret geprüft. Niemand soll Kosten in ein Verfahren stecken, dessen wirtschaftliche Durchsetzbarkeit nicht belastbar ist.

    Häufige Fragen

    Roobet hat mein Konto gesperrt, kann ich trotzdem Verluste zurückfordern?

    Ja. Für den Rückforderungsanspruch kommt es nicht darauf an, ob das Konto gesperrt ist. Entscheidend ist, dass Sie Ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Österreich haben und das Angebot auf den österreichischen Markt ausgerichtet war. Eine Konzession nach dem österreichischen Glücksspielgesetz besitzt Roobet nicht. Um die Transaktionsdaten kümmern wir uns.

    Ich habe per VPN gespielt, schadet mir das bei der Rückforderung?

    Nach Einordnung der Kanzlei nicht. Die VPN-Nutzung kann gegen die Geschäftsbedingungen des Casinos verstoßen und dort zu einer Account-Sperre führen. Auf die zivilrechtliche Nichtigkeit des Spielvertrags und die Rückforderbarkeit der Einsätze wirkt sich das nicht aus.

    Wie beweise ich meine Verluste bei einem Krypto-Casino?

    Die Einsätze in Krypto-Token werden über die Wallet-Historie, die Transaktionsliste und die Blockchain nachvollzogen. Die Verknüpfung mit Ihrer Identität gelingt häufig über die Verifizierungsunterlagen des Casinos. Sie müssen die Unterlagen nicht selbst beschaffen, die Aufbereitung übernimmt die Kanzlei.

    Wie stehen die Chancen auf eine tatsächliche Auszahlung gegen einen Curaçao-Anbieter?

    Materiell-rechtlich ist die Forderung aussichtsreich, die Vollstreckung ist anspruchsvoller als bei EU-Anbietern. Vor einer Klage wird geprüft, ob greifbares Vermögen oder andere Hebel im EU-Raum bestehen. Eine pauschale Quote lässt sich nicht nennen, jeder Sachverhalt ist eigenständig zu beurteilen.

    Roobet hat mein Guthaben wegen VPN-Nutzung gesperrt, ist damit alles verloren?

    Nein. Eine Sperre des Spielerkontos durch das Casino beendet den Rückforderungsanspruch nicht. Maßgeblich sind die tatsächlich geleisteten Einsätze, nicht der Status des Accounts zum heutigen Zeitpunkt.

    Was Sie jetzt tun können

    Für die kostenlose Ersteinschätzung genügen der betroffene Anbieter und der ungefähre Gesamtverlust. Unterlagen müssen Sie nicht beschaffen und auch nicht beim Casino anfordern, das übernimmt zur Gänze die Kanzlei. Die Antwort kommt innerhalb weniger Werktage direkt von uns, der Rechtsanwaltskanzlei Dr. Oliver Peschel. Wir sind Pioniere bei Casino-Rückforderungen mit Erfahrung seit 2019 und tausenden erfolgreich abgeschlossenen Fällen. Anfrage senden oder zuerst die Rückforderung im Detail nachlesen.